Plattkofel (September 2008)

Berge

Zur&uumlck
Nach der Arart-Tour haben wir uns 2007 noch einmal zu einer Klettersteigbegehung durchringen können:
Der Hindelanger Klettersteig
Dieses Jahr sind mehrere Tourenpläne gescheitert.
Trotzdem wollte ich nochmals nach oben; nicht zu hoch, weil meine Kondition am Boden ist. Aus diesem Grunde habe ich mich Ende September auf den Weg in die Dolomiten gemacht; eine Woche war ich da. Dort bin ich verschiedene kleine Touren rund um die Seiser Alm gelaufen. Eine möchte ich empfehlen:
Die Plattkofelbesteigung.

Bei Wiki ist der Plattkofel mit 2969 m angegeben. In Südtirol findet man je nach Karte Höhenangaben, die zwischen 2900 m und 2995 m schwanken. Wie dem auch sei: Er ist knapp unter 3000 m. Und es ist ein schöner "Laufberg". Er fordert keine großen konditionellen Voraussetzungen; ein Berg, wie gemacht für mich.
Was ich unterschätzt habe:
Bei Schnee sind auch die knapp 700 Höhenmeter von der Plattkofelhütte zum Gipfel schwieriger zu begehen; besonders, wenn man Bandscheibenprobleme hat:
Auf halber Strecke rutschte ich aus und versuchte, mit meinen Armen wild fuchtelnd, das Gleichgewicht zu halten. Es gelang. Ich kam - mit schmerzverzerrtem Gesicht - in Fragezeichenhaltung zur Ruhe und wusste nicht, wie ich wieder runter kommen konnte.
Um es vorweg zu nehmen: Ich konnte die senkrechte Haltung wieder annehmen und habe meinen Aufstieg nicht abgebrochen.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Dafür bin ich zwei Tage hintereinander jeden Morgen in dieser bewusster Fragezeichenhaltung aus dem Bett gestiegen. Erst langsam, so gegen Mittag, konnte ich wieder in senkrechter Haltung laufen...

Zur Tour:
Tourenabschnitt Erreicht durch Bemerkungen Preise
Seis - Kompatsch Auto Man kann von Seiz auch mit dem Lift fahren. Da kostet eine Auf- und Abfahrt 13 . Wenn man ein volles Auto hat, so sind die 12 Parkgebühren auf Kompatsch doch eine Ecke billiger.
Wichtig:
Man muss vor 09:00 Uhr durch St. Valentin fahren. Danach ist die Auffahrt zur Seiser Alm verboten.
Parkgebühren: 12
Kompatsch - Hotel Saltria Bus Auf der Seiser Alm kann man nicht mehr mit dem Auto fahren. Die Busse fahren in kurzen Abständen direkt vom Parkplatz ab. Hin- und Rückfahrt / Person: 4
Hotel Saltria - Williamshütte Lift Man könnte natürlich ab hier schon laufen. Nur: Das Hotel Saltria liegt auf ca. 1700 Meter. Hin und zurück sind das mal locker 2600 Höhenmeter. Da muss man schon richtig fit sein! Hin- und Rückfahrt / Person: 11
Williamshütte (2100 m) - Plattkofelhütte (2300 m) Laufen Ab hier kann man nur noch laufen. -
Plattkofelhütte (2300 m) - Plattkofelspitze (2969 m) Laufen Ab hier kann man nur noch langsam laufen. -

Tourenverlauf in Bildern

Die Williamsh&uumltte

Man startet also von der Williamshütte. Von dort aus geht es erstmal ca. 50 bis 100 Höhenmeter bergab um dann wieder auf die 2300 Meter hohe Plattkofelhütte aufzusteigen.

Die Plattkofelh&uumltte

In der Plattkofelhütte kann man erst mal Rast machen. Das Essen ist gut und die Bedienung freundlich. Die Nachfrage, wie lang man zum Aufstiegt braucht, wird mit 90 bis 120 Minuten beantwortet.
Also bin ich los - sicher, es in 90 Minuten zu schaffen.

Blick zum Gipfel

Von unten hat man das Ziel vor den Augen:
Das Gipfelkreuz!
Wie gesagt: Den Schnee habe ich unterschätzt... Und wenn vor mir keine Gruppe gelaufen wäre, die deutliche Spuren im Schnee hinterlassen hätte, so wäre ich wohl nach meinem Fragezeichenunglück umgekehrt.
Die Wegmarkierungen waren eh nicht mehr zu sehen. Nur durch die Gruppe, die einen erfahrenen Bergführer hatte, konnte ich meine Tour fortsetzen.

Das Gipfelkreuz

Aber dann habe ich es doch geschafft: Ich war auf dem Gipfel. Das Wetter wurde besser und man hatte eine phantastische Sicht auf den Langkofel und die Seiser Alm.

Tourenimpressionen

Blick von der Plattkofelspitze zum Langkofel Blick von der Plattkofelspitze zum Schlern Der Schlern von der Williamsh&uumltte
Die Daten:
Start ab Plattkofelhütte: 12:00 Uhr
Gipfel: 13:50 Uhr
Abstieg: 14:10 Uhr
Ankunft in der Plattkofelhütte: 15:10 Uhr

Fazit:
Eine schöne, einfache Tour. Bei Schnee braucht man ein bisschen Erfahrung; vor allem Wegesicherheit. Sich am Plattkofel zu verirren, ist wohl kaum möglich, aber bei schlechter Kondition kann das schon Probleme machen. Ich würde die Tour - auch bei so geringem Schnee wie wir hatten - nicht empfehlen!
Gründe:
  • Man kann die Wegemarkierung nicht sehen.
  • Die Rutschgefahr und damit die Verletzungsgefahren sind sehr hoch.


  • Fünfundvierig Minuten vor mir ist eine Gruppe mit einem Bergführer hoch; ich würde sagen, die meisten davon ohne große Bergerfahrung. Kurz vor dem Gipfel hatte ich sie eingeholt. Wir sind vom Gipfel gemeinsam gestartet. Als die ersten dieser Gruppe an der Plattkofelhütte ankamen, hatte ich bereits gegessen, getrunken und gezahlt.
    Ich hatte auch ein Problem: Mein Rücken. Ich ging fast drei Tage krumm, weil ich am Hang ausgerutscht bin.
    Trotzdem: Ein leichter Berg (bei schönem Wetter) mit tollen Aussichten.

    Blick &uumlber die Seiser Alm (Schlern, Kompatsch, Puflatsch)
    Blick von der Plattkofelspitze über die Seiser Alm (Schlern, Kompatsch, Puflatsch).