Musikempfehlung

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Seit vielen Jahren kann ich Radiosendungen hören, die an Qualität wenig zu wünschen übrig lassen. Nun - ich bin sehr fixiert: Ich höre fast immer den HR2. Und da wiederum genieße ich, wenn es meine Zeit zulässt, Sendungen, die von Paul Bartholomäi moderiert werden. Sonntags ist es "Die Klassik-Matinee" und mittwochs die Sendung "Notenschlüssel". Herr Bartolomäi versuchte kürzlich eine Definition des Begriffes "melodisch" zu geben. Ich glaube, es gelang ihm nicht. Trotzdem: Er hat es versucht.

Warum erzähle ich das alles: Ich will heute als musikalische Empfehlung ein Stück von Marin Marais (1656 - 1728) vorstellen. Und ich finde dieses Stück sehr melodisch. Schon allein der Titel klingt wie Musik in den Ohren:

"Das Geläut der Glocken der Kirche zur Heiligen Genoveva zu Berg bei Paris".

Wie kann man sich nur diesen Titel merken? Ich hörte dieses "Geläut" erstmals Anfang der neunziger Jahre:

Ich fuhr mit meinem weißen Nissan in die Firma und hörte diesen Titel. Und mir war sofort klar, dass es ein besonders schönes Stück war, das ich unbedingt haben musste. Der Titel wurde genannt und der Komponist auch.
Mal ganz ehrlich: Wer nie Französisch hatte, früh halb sieben während der Autofahrt schon die ersten zu erledigenden Arbeiten im Kopfe hat, dem außerdem noch ein Kollege über dem Weg "springt", der - auch Physiker - aus dem Film "Die Feuerzangenbowle" (Typ zwischen Schnauz und Professor Bömmel) hätte stammen können, dem muss alles entfallen, was er sich merken wollte; mehr noch: Dem muss alles entfallen, was er je wusste!
So erging es mir dann auch:
Als ich am Arbeitsplatz war, waren Titel und Komponist weg! Ja und die Melodie konnte ich natürlich auch nicht summen. Schade!
Jahre später gab mir das Schicksal eine zweite Chance. Ich notierte sofort den Titel und den Komponisten so wie ich mir vorstellte, wie er sich schreiben müsste. Wahrscheinlich so: Marang Marrai.
Aber es war egal: Ich fand das Stück!

Und aus diesem Grunde könnt ihr diese Glocken jetzt hören. Und wer "feine Ohren" hat, der hört ein wahnsinnig tolles "Gebimmel"!
Wenn ich bei meinen Recherchen alles richtig verstanden habe, so kann man das Glockenspiel heute nicht mehr hören.

Das Panthéons
Das Panthéon; Quelle: wikipedia
Die Kirche zur Heiligen Genoveva wurde im 18. Jahrhundert durch das Panthéon ersetzt. Also: Man stelle sich einfach vor, dass man jetzt das Geläut des Panthéons hört; zu Ehren der Heiligen Genoveva, die im 5. Jahrhundert voraussagte, dass Attila Paris nicht angreifen würde; und sie hatte Recht!
CD-Cover
Das Cover der CD
Zur Aufnahme muss ich auch noch was sagen; falls ihr Interesse habt, euch diese CD zu besorgen:
Sie erschien in der EDITIO CLASSICA bei der "deutschen harmonia mundi".
Ich habe keinen Vergleich. Aber ich finde diese Aufnahme toll!

La sonnerie de Sainte Geneviève du Mont à Paris (1723)

Musikempfehlung (Tabelle)
Tabelle der Musikempfehlungen
Musikempfehlung bis Link Anzahl Besucher
01.10.2007 Jazz Suites 51
22.06.2007 Zum Blumenduett --
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