Piz Boe/Marmolada (Juli 2011)

Berge

Wie schon 2010 waren wir im Jahre 2011 in Südtirol; alte Adresse, alte Gebiete. Auch 2010 waren wir am Marmolada. Schade, schade - damals ich hatte nichts dabei: Keine Steigeisen und keinen Eispickel. So war es unmöglich, den Gletscher zu überqueren. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, mich beim nächsten Trip besser vorzubereiten, um so den höchsten Berg der Dolomiten ersteigen zu können. Zumal: 2010 sah alles recht einfach aus. Wie sehr man sich doch täuschen kann...
Doch zunächst wollte ich mich ein wenig an die Höhe gewöhnen. Also versuchte ich den Piz Boe; ein Berg wie gemacht für mich: Mit dem Lift geht es vom Pass Pordoi (2239 müM) auf 2950 müM hinauf. Der ganze Spaß kostet 14 € pro Nase. Zum Pass Pordoi gelangt man über den Sellapass und benutzt (noch vor Canazei) die SS48 (siehe Karte unten).
Über den Aufstieg braucht man nicht viel sagen; schaut euch die Bilder an. Vom Lift gelangt man nach ca. 90 Minuten Gehzeit bis zur Spitze des Piz Boe (3152 müM).


Am nächsten Tag ging es dann über Canazei die SS641 entlang zum Lago di Fedaia. Der liegt am Fuße des Marmolada. Die Staumauer überfahren wir und können direkt unterhalb des Liftes parken. Er öffnet 09:00 Uhr; italienische Zeit 09:15 Uhr - man nimmt es nicht so genau mit der Zeit. 09:40 Uhr war ich auf ca. 2600 und lief los. Ein paar Meter über Stein und schon nach kurzer Zeit muss man die Steigeisen anlegen. Es ging alles reibungslos. Ich schaute nochmals über den Gletscher und erkannte, dass ich nicht der einzige Sololäufer war. Man sollte ja nie allein einen Gletscher überqueren und insofern war besondere Vorsicht geboten.
Ich lief hinter einer Seilschaft her; alles junge Leute. Bald schon bemerkte ich, dass ich diesem Tempo nicht folgen konnte. Ich ließ sie ziehen und entdeckte hinter mir einen weiteren Sololäufer, der recht flott unterwegs war. Nach ihm folgte eine weitere, kleinere Seilschaft von vier Bergsteigern. Kurz vor dem Einstieg in den Klettersteig, der auf ca. 3100 müM liegt, waren wir alle wieder recht nah beieinander; der Sololäufer, die größere Seilschaft, die vor mir lief und ich.
Der Sololäufer machte kehrt und stieg wieder ab. Die kleiner Gruppe kam recht schnell nahe und die große Seitschaft verschwand im Klettersteig und wurde von mir nicht mehr angetroffen. Ich legte die Steigeisen ab und kletterte die 100 Meter auf ca. 3200 müM. Das Weter wurde immer schlechter. Man hatte kaum Sicht. Auf ca. 3200 müM musste man wieder die Steigeisen anlegen und legte die restlichen 150 Höhenmeter zurück. Am Gipfelkreuz hatte mich die kleine Seilschaft erreicht und wir begrüßten uns freudig, den Gipfel erklommen zu haben. Leider wurde das Wetter immer schlechter. Die Leute der kleinen Berggruppe (alles Italiener) beschlossen in die Hütte zu gehen. Mir war klar, dass ein Hüttenaufenthalt die Abstiegschancen immer mehr verringerten: Es begann zuerst zu regnen und dann zu graupeln. Ich wollte zurück. Zumal: Es zog immer mehr Nebel auf. Dreißig Meter von der Hütte entfernt, war diese nur noch schemenhaft zu erkennen. Das Problem bestand nun darin, den richtigen Weg zurück zu finden. Nach einem Fehlversuch, der mich wieder zur Hütte trieb, konnte ich eine aufsteigende Gruppe nach den korrekten Weg befragen. Ich hielt mich an ihre Hinweise und war 14:30 Uhr wieder im Tal am Auto. Während der Liftfahrt zurück war der Gipfel gänzlich in schwarze Wolken gehüllt. Es blitzte und krachte gewaltig. Anschließend goss es in Strömen. Glück gehabt!

Fazit:
  • Tolle Tour!
  • Die Kondition war schlechter als die Sicht.
  • Venedig habe ich nicht gesehen; schade!

  • Tourenimpressionen
    Piz Boe Marmolada
    Auffahrt zum Rif. Fiacconi
    Auffahrt zum Piz Boe
    Blick vom Marmoladahang zum Fedaiasee
    Blick vom Marmoladahang zum Fedaiasee
    Auffahrt zum Rif. Fiacconi
    Blick von der Bergstation zum Sellastock
    Zwei einzelne Bergsteiger auf dem Gletscher
    Zwei einzelne Bergsteiger auf dem Gletscher
    Blick vom Marmolada zum Piz Boe (3152 müM)
    Blick vom Piz Boe (3152 müM) zur Bergstation
    Das Höhenprofil des Marmolada (Quelle: Google)
    Einstieg in den Klettersteig
    Blick vom Marmolada zum Piz Boe (3152 müM)
    Hüttenschild vom Piz Boe
    Die Hütte Punta Penia - am Gipfel
    Die Hütte Punta Penia - am Gipfel (3342 müM)